Was sind asymmetrische Dividenden?

Werden Dividenden an die Aktionäre einer Aktiengesellschaft abweichend von deren kapitalmässigen Beteiligungsquoten ausgerichtet, spricht man von einer asym­met­rischen Dividende. So zahlt sich zum Beispiel Daniel Meier, der mit seiner Ehefrau die Power AG zu je 50% besitzt, CHF 200’000 Dividende aus und sie erhält nur CHF 100’000. In den Statuten der Power AG finden sich keine Zusatzbestimmungen, wonach die Ge­winn­ver­teilung abweichend von den handelsrechtlichen Grundsätzen vorzunehmen wäre. Der Ge­winn­anspruch der einzelnen Aktionäre der Power AG bemisst sich also nach den ka­pi­tal­mässigen Beteiligungsquoten, d.h. entsprechend dem jeweiligen einbezahlten Aktien­kapital.

Die Auszahlung der Dividende ist folglich im Widerspruch zur handelsrechtlichen Regelung, wonach jeder Aktionär Anspruch auf je die Hälfte der Dividende hätte.

Steuerrechtlich ergeben sich zwei mögliche Konsequenzen:

  • Die höhere Auszahlung an Daniel Meier gilt als Schenkung: In diesem Fall muss Daniel Meier die Dividende als Einkommen versteuern.
  • Daniel Meier erhält die höhere Auszahlung, um seinen überdurch­schnitt­lichen Einsatz als Geschäftsführer zu entgelten. Bei dieser Beurteilung resultiert, dass die Dividende als Lohnbestandteil zu werten ist und Sozialabgaben zu tätigen sind.

Asymmetrische Dividenden können also eine Steuerfalle darstellen. Kantonal herrschen Unterschiede bei der steuerlichen Beurteilung einer asymmetrischen Dividendenaus­zah­lung. Es ist ratsam, vor einer solchen Auszahlung eine Fachperson zu konsultieren.